Roswitha Minnameyer

geboren 1951, wohnt mit ihrem Ehemann in Gunzenhausen.
Sie ist Arzthelferin und als ehrenamtliche Hospizhelferin tätig.
In ihrer Freizeit widmet sie sich dem Schreiben von Erzählungen und Kindergeschichten.
Roswitha Minnameyer

Aus dem Roman "Kunamädchen" eine kleine Leseprobe:


Ihrer Tante sah man schon von weitem an, dass sie von den Freuden des Lebens
weitestgehend verschont geblieben war.
Fast immer setzte sie eine sauertöpfische Miene auf
und in ihren wasserblauen Augen schwamm ein beständiger Vorwurf.
Wurde man mit diesem Blick bedacht,
fühlte sich einfach jeder unwohl in seiner Haut.
Wenn sie mitunter dann noch vorwurfsvoll ihre Augenbrauen in die Höhe zog,
hätte Margarete am liebsten reiß aus genommen. "Kein Wunder,
dass ihr Alter den Löffel abgegeben hat, bei dem Gesicht braucht
man ja einen Waffenschein!", hörte sie ihren Vater mitunter sagen.
Sie verstand den Satz zwar nicht ganz, fand ihn aber trotzdem lustig,
zumal die Erwachsenen jedes Mal in Gelächter ausbrachen,
wenn er ihn von sich gab.

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