Literatur

LESART

8. - 15. November 2010
Eine Veranstaltungsreihe der Stadt Ansbach in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein Speckdrumm unterstützt von Fränkische Landeszeitung gemeinsam mit den Nürnberger Nachrichten.

 

 

 

Eröffnung der LesArt 2010

Autorenportraits von Renate Brandt
Kabinett des Kunsthauses Reitbahn 3

Vernissage: Montag, 8.11.10, 19 Uhr

 

 

 

Judith Hermann

Alice ist die Heldin von fünf Geschichten. Alle erzählen von ihr und davon, wie das Leben ist und das Lieben, wenn Menschen nicht mehr da sind. Dinge bleiben zurück, Bücher, Briefe, Bilder, und ab und zu täuscht man sich in einem Gesicht. Lebenswege kreuzen sich, ändern die Richtung und werden unwiederbringlich auseinander geführt. Judith Hermann schreibt Geschichten von ungeheuerer Kraft und großer literarischer Schönheit.
Judith Hermann wurde 1970 in Berlin geboren, sie studierte Germanistik und Philosophie und absolvierte die Berliner Journalistenschule. Hermann gelang der literarische Durchbruch mit ihrem ersten Buch dem Erzählband „Sommerhaus, später.“ Gelobt wurden von der Kritik ihre in kurzen Sätzen gehaltenen, trotzdem unschlüssig bleibenden Schilderungen alltäglicher und scheinbar alltäglicher Begebenheiten. Für Hellmuth Karasek verkörpern Hermanns Erzählungen „den Sound einer Generation“.

Auszeichnungen: Bremer Literaturförderpreis, Hugo-Ball-Förderpreis, Kleist-Preis, Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Homburg.
Veröffentlichungen: „Sommerhaus, später“, „Nichts als Gespenster“, „Alice“.

„Alice“, S. Fischer Verlag

Montag, 8.11.10, 20 Uhr, Kunsthaus Ansbach, Reitbahn 3
Büchertisch und Mitveranstalter: Bücher Pustet
Moderation: Platengymnasium, Frau Herda.
Eintritt frei





Lesart
Foto: Jürgen Bauer

Heinrich Steinfest

Heinrich Steinfest ist inzwischen ein Geheimtipp in der deutschen Literatur. Unter Anderem hat er bereits mehrmals den Deutschen Krimipreis erhalten, im Oktober wurde ihm der Heimito-von-Doderer-Literaturpreis verliehen. Seine außergewöhnlichen Kriminalromane sind hintersinnig und voll skurrilem Humor. Sein virtuoses Spiel mit der deutschen Sprache macht seine Romane zu einem besonderen Lesegenuss. Der Österreicher Heinrich Steinfest wurde 1961 in Albury, Australien, geboren. Aufgewachsen ist er in Wien. Heute lebt er als Maler und Schriftsteller überwiegend in Stuttgart.
Heinrich Steinfest wird an diesem Abend seinen neuen Roman „Batmans Schönheit“ vorstellen, den neuen Fall des sympathischen, in Wien lebenden chinesischen Privatdetektivs Markus Cheng.

Auszeichnungen: Mehrmals Deutscher Krimipreis, Heimito-von-Doderer-Literaturpreis
Veröffentlichungen: „Die feine Nase der Lilli Steinbeck“, „Tortengräber“, “Der Umfang der Hölle“, „Nervöse Fische“, „Gebrauchsanweisung für Österreich“ (Auswahl).
Markus-Cheng-Krimireihe: „Ein sturer Hund“, „Batmans Schönheit“ (Auswahl).

„Batmans Schönheit“, Piper Verlag

Dienstag, 9.11.10, 20 Uhr, Buchhandlung Rupprecht, Uzstraße
Veranstalter: Buchhandlung Rupprecht





Lesart Foto: Bernhard Adam

Gert Heidenreich

Eine fanatische Bruderschaft, die sich „Engelslegion“ nennt, will die Menschheit im Namen der Jungfrau Maria von „Gehilfen des Teufels“ befreien, indem sie angeblich gotteslästerliche Forscher und Autoren, Künstler, fortschrittliche Pfarrer und Politiker hinrichtet. Die Inquisition des 16. Jahrhunderts ist in die Gegenwart zurückgekehrt. Die Serienmorde stellen den pensionierten Kommissar Alexander Swoboda vor ein Rätsel. Als er begreift, dass er es mit einem Geheimbund von Fundamentalisten zu tun hat, sind die „Engelslegionäre“ längst ihm selbst auf der Spur.
„Das Fest der Fliegen“ ist Gert Heidenreichs neuester Roman. Seine Stimme kennt jeder, der sich für Dokumentarfilme interessiert, er hat auch unzählige Hörbücher eingelesen z.B. „Im Namen der Rose“ von Umberto Eco. Er war Präsident des deutschen P.E.N. und ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

Auszeichnungen: Adolf-Grimme-Preis, Literaturpreis der Stadt München, Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar, Bayerischer Poetentaler (Auswahl).
Veröffentlichungen: „Die Nacht der Händler“, „Im Dunkel der Zeit“, „Thomas Gottschalk – Die Biographie“, "Im Augenlicht", Gedichte, „Abschied von Newton“ (Auswahl).

„Das Fest der Fliegen“, Verlag Langen Müller

Mittwoch, 10.11.10, 20 Uhr, Stadtbücherei, Karlsplatz 11
Büchertisch und Patenschaft: Kaspar-Hauser-Buchladen


Norbert Hellinger
Foto: Norbert Hellinger

Lars Brandt

Lars Brandt ist in Ansbach kein Unbekannter mehr. Er hat seine Bücher „Andenken“ und „Gold und Silber“ hier vorgestellt. 2009 zur Verleihung des August Graf von Platen Literaturpreises hielt er die hoch literarische Laudatio auf den Preisträger Gerhard Falkner. Dieses Jahr kommt er mit bisher unveröffentlichten Erzählungen, die er in Ansbach erstmals vorstellt. Unter dem Titel „Reduit Hauptwerk“ erzählt er von der Wirklichkeit im Inneren einzelner Menschen. Reduit Hauptwerk steht auf alten Stichen und bezeichnet zurückgezogene Verteidigungsbastionen in Festungsanlagen. In den Erzählungen geht es aber nicht um Geschichten aus dem Krieg, sondern um den Konflikt zwischen Individuum und Welt. Renate Brandt, Ehefrau von Lars Brandt, stellt im Kabinett begleitend zur LesArt Autorenportraits aus.
Lars Brandt wurde 1951 in Berlin geboren. Er studierte Politologie, Soziologie, Philosophie und Japanisch. Seit Mitte der 1970er arbeitet er als freier Künstler an der Schnittstelle von Bild und Wort mit Filmen, Texten und Bildern, er lebt in Bonn.

Veröffentlichungen: „Andenken“, „Gold und Silber“, „Momente des Glücks“, Dokumentarfilm über H.C. Artmann.

„Reduit Hauptwerk“, Erzählungen

Donnerstag, 11.11.10, 20 Uhr, Kunsthaus Reitbahn 3.
Büchertisch: Kaspar-Hauser-Buchladen





lesart
Foto: Renate-Brandt

Monika Maron

„Vielleicht kennen ja sogar die Ostdeutschen ihre eigenen Erfolgsgeschichten zu wenig, um stolz auf sie und sich selbst zu sein.“ Das schreibt Monika Maron in ihrem Roman „Bitterfelder Bogen“, der die industrielle Wiedererweckung einer niedergegangenen Region thematisiert. Maron ist eine bedeutende deutsche Romanautorin. In ihrem Debütroman „Flugasche“ verarbeitete sie u. a. Erfahrungen als Industriereporterin im Chemierevier der DDR. „Flugasche“ war das erste „Umwelt-Buch“ der DDR, in dem offen die Umweltsünden beklagt und angeprangert wurden. Wegen des kritischen Inhalts konnte das Buch das Maron weithin große Anerkennung eintrug, in der DDR nicht erscheinen.
Marons Großvater war ein konvertierter Jude, der im polnischen Ghetto Belchatow ermordet wurde. Ihr Stiefvater war 1955-1963 Innenminister der DDR. Sie studierte Theaterwissenschaft und arbeitete als Regieassistentin und Reporterin. Sie übersiedelte 1988 nach Hamburg und lebt heute in Berlin.

Auszeichnungen: Brüder-Grimm-Preis, Kleist-Preis, Evangelischer Buchpreis, Friedrich-Hölderlin-Preis, Deutscher Nationalpreis (Auswahl).
Veröffentlichungen: „Flugasche“, „Das Missverständnis“, „Bitterfelder Bogen“, „Ach Glück“,  (Auswahl).

 „Zwei Brüder“ Gedanken zur Einheit, S. Fischer Verlag

Freitag, 12.11.10, 20 Uhr, RaiffeisenVolksbank, Promenade
Büchertisch: Buchhandlung Seyerlein








lesart
Foto: Jürgen Bauer

Moritz Rinke

Stammt das angebissene Stück Butterkuchen im Tiefkühlschrank tatsächlich von Willy Brandt? Kann ein toter Onkel noch ein Kind zeugen? Wurde die schöne Kommunistin Marie von der Gestapo abgeholt oder von der eigenen Familie im Worpsweder Teufelsmoor vergraben? Und wie werden die Seelen der Menschen aufbewahrt?
In seinem furiosen Romandebüt erzählt Moritz Rinke mit hinreißender Tragikomik von unheimlichen Familiengeheimnissen, vom Künstlerleben, von Ruhm, Verführung und Vergänglichkeit, vom Lieben und Verlassenwerden und von einem traditionsumwitterten Dorf im hohen Norden, das berühmt ist für seinen Himmel und das flache Land.
Rinke studierte angewandte Theaterwissenschaft und arbeitete für die Süddeutsche Zeitung und FAZ. Er schrieb die Neufassung der Nibelungen für die Wormser Festspiele und war mit seinem Film „September“ zu den Festspielen in Cannes eingeladen.

Auszeichnungen: Axel-Springer-Preis, Literaturpreis des P.E.N Club Liechtenstein, Inselschreiber (Auswahl).
Veröffentlichungen: „Titelkampf“,  „Die Nibelungen, Siegfrieds Frauen“, „Café Umberto“; Theaterstücke und Filme.  

„Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel“, Verlag Kiepenheuer und Witsch

Samstag, 13.11.10, 20 Uhr, Kunsthaus Reitbahn 3
Büchertisch: Buchhandlung Schreiber







lesart
Foto: Joscha Jenneßen

Fränkisches Lesefest

Die Speckdrumm Autorengruppe zählt inzwischen schon siebzehn engagierte Teilnehmer, die sich regelmäßig treffen, um sich über ihre Arbeit sowie deren optimale Vermarktung auszutauschen. Sechs der Mitglieder veröffentlichen ihre Bücher beim Projekte Verlag in Halle. 2009 erarbeitete sich die Gruppe in einem Workshop des Kulturvereins Speckdrumm neue Erkenntnisse über literarische Sprache. Dozent war Arwed Vogel aus München, der 2010 mit der Gruppe zum Thema: „Erzählformen“ arbeitete.
Zweimal jährlich stellt sich die Autorengruppe einer breiten Öffentlichkeit vor. Bei einem Sommerfest mit Texten aus ihrer aktuellen Arbeit und beim Fränkischen LeseFest, das fester Bestandteil der LesArt ist. Solche Lesungen sollen auch interessierte Zuhörer ermutigen, sich der Gruppe anzuschließen. Alljährlich zur LesArt präsentieren sich die Autorinnen und Autoren mit Texten zu einem Thema, das sie sich selbst wählen. Dieses Jahr wird das Motto „Geburtstag“, bearbeitet und man darf gespannt sein, auf welch fantasievolle Weise diese Aufgabe interpretiert wird.
Wie gewohnt wird die beliebte Lesung bei Kerzenlicht von Musik begleitet.

„Geburtstag“ Speckdrumm Autorengruppe
Sonntag, 14.11.10, 20 Uhr, Kunsthaus Reitbahn 3
Büchertisch: Speckdrumm Autorengruppe



Heike Reiter

Buchpremiere Ansbach-Krimi

Wer ist der mysteriöse Geiger, getarnt durch eine Maske, der immer dann spielt, wenn eine Leiche aufgefunden wird? Was hat es mit dem Phantom von St. Gumbertus auf sich? Von Ansbach bis nach Rothenburg ob der Tauber verfolgen eine Kommissarin und ihre Freundin die Spur des Mörders, den sie schließlich in Ansbach stellen und dadurch eine unglaubliche Intrige aufdecken, entstanden aus der Gier nach künstlerischem Erfolg und Anerkennung.
Zur LesArt 2010 wird der erste Frankenkrimi, der hauptsächlich in Ansbach spielt, bundesweit erstmals vorgestellt. Eine Premiere ist auch, dass anstelle der erkrankten Autorin die Verlegerin Barbara Kerpen aus Düsseldorf anreist und aus dem Roman liest. Auf den Spuren des Phantoms von St. Gumbertus findet die Lesung in der Schwanenritterkapelle der Gumbertuskirche statt.
Heike Reiter lebt in Franken und hat sich durch ihre Reihen: „Phantastik“ und „Mörderisches Franken“ mit der „Fränkischen Miss Marple“, Theresa Vincenzo einen Namen gemacht.
Veröffentlichungen: „Jenseits des Wächtersteins“ (nominiert für den Phantastikpreis), „Traumscherben“, „Im Bann der Flöte“, „Die Rother Verschwörung“ (Auswahl).

„Der Totengeiger“, DüsselART Verlag

Montag, 15.11.10, 20 Uhr, Schwanenritterkapelle, St. Gumbertus
Büchertisch: Bücher Pustet. Moderation: Barbara Kerpen, DüsselART Verlag



Heike Reiter

Preise :
Eintritt: € 7,50 / € 6,– (ermäßigt) Schüler: € 5 , –
LeseFest: € 5,– / € 3,– (ermäßigt)

Organisation:

Kulturverein SPECKDRUMM,
Angela Baumann Tel.: 09824/8922
Kontakt

Information, Programm und Kartenvorverkauf:
Stadt Ansbach Amt für Kultur und Touristik
Stadthaus
Johann-Sebastian-Bach-Platz 1
Tel. 0981 – 51 243
91522 Ansbach
Fax 0981 – 51 365
E-Mail: akut(at)ansbach.de
Internet: www.ansbach.eu

LesArt Ansbach wird gefördert durch:
"Bayern liest", RaiffeisenVolksbank, Bezirk Mittelfranken, Buchhandlung Rupprecht, Bücher Pustet.