Literatur

LESART

6. - 14. Novermber 2009
Eine Veranstaltungsreihe der Stadt Ansbach in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein Speckdrumm unterstützt von Fränkische Landeszeitung gemeinsam mit den Nürnberger Nachrichten.

 

 

 

Viola Roggenkamp

Nach ihrem Bestseller FAMILIENLEBEN erzählt Viola Roggenkamp deutsch-jüdische Geschichte anhand zweier Frauen in Deutschland: Was bedeutet es, deutsch zu sein? Was, in Deutschland jüdisch zu sein? Und was folgt aus der Tatsache, in der DDR gelebt zu haben?
Zehn Jahre nach der Wende macht sich Masia Bleiberg aus Hamburg auf die Suche nach ihrem jüdischen Vater, der als überzeugter Kommunist in der DDR lebte. Sie begleitet ihren Freund nach Dresden, der dort einen Film drehen will über die Gräfin Cosel, die Frau im Turm, die verstoßene und eingekerkerte Mätresse August des Starken.
Ergreifend erzählt Viola Roggenkamp in verschiedenen Ebenen aus Erlebtem, Gedachtem und Geträumtem, indem sie durch klug montierte Verknüpfungen der Erzählstränge die Gemeinsamkeiten der beiden Frauenschicksale hervortreten lässt.

Viola Roggenkamp, geboren 1948, deutsche Jüdin, lebt als freie Autorin in Hamburg und ist eine der renommiertesten feministischen Publizistinnen in Deutschland. Sie hat Psychologie, Philosophie und Musik studiert, ist langjährige ZEIT-Autorin, Kolumnistin der taz, Hörfunk-Essayistin und schreibt für die Jüdische Allgemeine.

Veröffentlichungen (Auswahl): TU MIR EINE LIEBE - MEINE MAMME, FRAU OHNE KIND, ERIKA MANN - EINE JÜDISCHE TOCHTER.

DIE FRAU IM TURM, Fischer Verlag

Freitag, 6.11.09, 20 Uhr,
LesArt·Eröffnung: Kunsthaus Ansbach, Reitbahn 3

Büchertisch: Buchhandlung Schreiber
Zu dieser Veranstaltung ist eine Eintrittskarte erforderlich!
Kostenlos beim AKuT erhältlich.




 

Fränkisches Lesefest

Die Speckdrumm Autorengruppe zählt inzwischen schon siebzehn engagierte Mitglieder, die sich regelmäßig treffen, um sich über ihre Arbeit sowie deren optimale Vermarktung auszutauschen. Sechs der Autorinnen veröffentlichen ihre Bücher beim Projekte Verlag in Halle.
2009 erarbeitete sich die Gruppe in einem Workshop des Kulturvereins Speckdrumm neue Erkenntnisse über literarische Sprache. Dozent war Arwed Vogel aus München.

Zweimal jährlich stellt sich die Autorengruppe einer breiten Offentlichkeit vor. Bei einem Sommerfest mit Texten aus ihrer aktuellen Arbeit und beim Fränkischen LeseFest, das fester Bestandteil der LesArt ist. Solche Lesungen sollen auch interessierte Zuhörer ermutigen, sich der Gruppe anzuschließen. Alljährlich zur LesArt präsentieren sich die Autorinnen mit Texten zu einem Thema, das sie sich selbst wählen. Dieses Jahr wird das Motto "Menschenrechte" bearbeitet und man darf gespannt sein, welche Autorin, welcher Autor sich welche Artikel ausgewählt hat und auf welch fantasievolle Weise diese interpretiert werden.
Wie gewohnt wird die beliebte Lesung bei Kerzenlicht von Musik begleitet.

Thema: DIE MENSCHENRECHTE

Samstag, 7.11.09, 20 Uhr, Kunsthaus Reitbahn 3

Büchertisch: Kulturverein Speckdrumm


Ausstellungseröffnung und Lesung:

Gerd Scherm "Kunst erzählt" eine Retrospektive

"Wenn die Worte nicht mehr ausreichen, mache ich Bilder. Wenn die Bilder nicht mehr ausreichen, mache ich Objekte. Und wenn die Objekte nicht mehr ausreichen, mache ich Installationen."
Gerd Scherm ist auch als bildender Künstler ein Literat: Er erzählt Geschichten. Immer geht er von den Inhalten aus, der Beschreibbarkeit und Erfahrbarkeit von Dingen, Ideen und Prozessen, die er in unterschiedlichsten Medien bearbeitet und präsentiert.

In seiner Retrospektive im Kunsthaus Ansbach spannt Gerd Scherm einen Bogen mit Arbeiten aus mehr als drei Jahrzehnten seines Schaffens - von Zeichnungen und Grafiken über Bilder und Schreine bis zu Medienskulpturen und Performances.

Ebenfalls eine Retrospektive auf 40 Jahre seines Lebens stellt die neue Gedichtsammlung "Inmitten der Brombeerhecke" dar. Gerd Scherm wird zur Vernissage aus diesem Lyrikband lesen.

Auszeichnungen (Auswahl): Kulturförderpreis der Stadt Fürth, Stipendium des Auswärtigen Amtes, Wolfram-von-Eschenbach-Förderpreis, Matthias-Claudius-Medaille, Paulskirchen¬Medaille, Friedrich-Baur-Preis der Akademie der Schönen Künste München.

Gerd Scherm, 1950 in Fürth geboren, lebt und arbeitet seit 1996 in einem alten Fachwerkgehöft bei Colmberg.

KUNST ERZÄHLT, Vernissage und Lesung INMITTEN DER BROMBEERHECKE

Montag, 9.11.09, 20 Uhr, Kunsthaus Reitbahn 3
Büchertisch: Buchhandlung Seyerlein

 






Robert Menasse

Alles kommt wieder, vor allem Erinnerungen. Wann war sie zu Ende, die Nachkriegsordnung? Als die Mauer fiel? An diesen 9. November 1989 wird sich das junge Paar, das die Hochzeitsnacht vor dem Fernseher verbrachte, ein Leben lang erinnern. Es hat in dieser Nacht deutsche Geschichte erlebt. Zufällig. Denn eigentlich wollten sie nur so schnell wie möglich heiraten.
"Ich" kann jeder sagen. Dreizehn Ich-Erzähler erinnern sich an Erlebnisse und Ereignisse, die prägend wurden für ihr Leben. Der große Fabulierer Robert Menasse erzählt, was sie erlebt haben so, dass wir uns erinnern, uns erkennen und Spätere uns verstehen. In seinen Geschichten ist die historische Wahrheit gut aufgehoben.

Robert Menasse wurde 1954 in Wien geboren, wo er auch aufgewuchs. Studium der Germanistik, Philosophie sowie Politikwissenschalt in Wien, Salzburg und Messina, Promotion 1980 über den "Typus des Außenseiters im Literaturbetrieb". Menasse lehrte sechs Jahre an der Universität Säo Paulo. Seit 1988 lebt Robert Menasse als Romancier und kulturkritischer Essayist hauptsächlich in Wien.

Auszeichnungen (Auswahl): "Literaturförderpreis der Stadt Wien, Heimito-von-Doderer-Preis, Marburger Literaturpreis, Osterreichischer Staatspreis, Grimmelshausen-Preis, Friedrich- Hölderlin-Preis, Lion-Feuchtwanger-Preis."

Veröffentlichungen (Auswahl): SELIGE ZEITEN, BRUCHIGE WELT, SCHUBUMKEHR, TRILOGIE DER ENTGEISTERUNG, DIE VERTREIBUNG AUS DER HOLLE, DON JUAN OE LA MANCHA.

ICH KANN JEDER SAGEN, Suhrkamp Verlag

Dienstag, 10.11.09, 20.30 Uhr, StaatI. Bibliothek, Reitbahn 5
Büchertisch: Kaspar-Hauser-Buchladen

 

 

Ulrike Draesner

Ausgefeilte Sprache und spannungsreicher Bezug auf aktuelle Themen: Ulrike Draesner gelingt es immer wieder, Tabus und Sehnsüchte des 21. Jahrhunderts in überraschenden Wendungen darzustellen, so dass intensive Kammerspiele entstehen. Die anschauliche und präzise Sprache lässt klangvoll miterleben, wovor Menschen sich fürchten, was sie träumen, wie sie lieben. Komplex verwobene Geschichten mit vielfältigen Anspielungen, intelligent und überraschend, berührend, humorvoll und ernst.

Ulrike Draesner wurde am 20. Januar 1962 in München geboren. 1981 Jurastudium in Oxflord, Wechsel zu Anglistik, Germanistik und Philosophie. 1992 Promotion über Wolfram von Eschenbachs Parzival. 1995 Debüt mit dem Gedichtband "gedächtnisschleifen". 1996 zog Draesner nach Berlin, wo sie heute als freie Autorin lebt.

Auszeichnungen (Auswahl): Förderpreis zum Leonce-und-Lena-Preis, Bayerischer Staatsförderpreis, Foglio-Preis für junge Literatur, Hölderlin-Förderpreis, Preis der Literaturhäuser, Droste-Preis.

Veröffentlichungen (Auswahl): Romane: LICHTPAUSE, MITGIFT, SPIELE
Gedichtbände: GEDACHTNISSCHLEIFEN, FUR DIE NACHT GEHEUERTE ZELLEN, KUGELBLITZ, MITTWINTER.
Außerdem Essays, Übersetzungen, Poetikvorlesungen, intermediale Projekte, Hörspiele, wissenschaftliche Monografien.

BERÜHRTE ORTE Gedichte, Luchterhand

Mittwoch, 11.11.09, 20 Uhr, Stadtbilcherei, Karlsplatz
Büchertisch: Bücher Pustet




Preisverleihung: August Graf von Platen Literaturpreis Ansbach

Gerhard Falkner

"Mit seiner Lyrik, die von der Spannung zwischen formaler Strenge und explosiver Emotion, sinnlicher Schönheit und sozialer Schärfe, existenzieller Stimmung und sprachlicher Kraft gekennzeichnet ist, gehört Gerhard Falkner zu den bedeutendsten Dichtern der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur." Von der Sprachkraft der Poesie ist auch Falkners Prosa geprägt. Der diesjährige August Graf von Platen Literaturpreis Ansbach geht deshalb an ihn für seine Novelle "Bruno". "Indem Falkners Sprache dem Zusammenstoß von Poesietradition und zeitgenössischer Weltwahrnehmung standhält, erweist sie sich als große Dichtung." (Walter Hinck)
BRUNO ist ein phantastisches kleines Stück Literatur, ist glänzend erzählt und besitzt den unangestrengten Tiefsinn, den man oft vergeblich in der Gegenwartsliteratur sucht.

Gerhard Falkner wurde 1951 in Schwabach geboren und veröffentlicht seit Mitte der 1970er Jahre Gedichte. Sein legendärer Gedichtband: SO BEGINNEN AM KÖRPER DIE TAGE brach mit der Experimental- und Befindlichkeitslyrik des vorangegangenen Jahrzehnts. Heute lebt er in Berlin und Weigendorf.

Auszeichnungen (Auswahl): Stipendien u. a. in New York, Amsterdam, Rom (Villa Massimo). Literarisches Colloquium Berlin, San Francisco, Bayer. Staatsförderpreis, Peter-Huchel-Preis, August Graf von Platen Literaturpreis, Ansbach.

Veröffentlichungen (Auswahl): EISENHERZBRIEFE, UBER DEN UNWERT DES GEDICHTES, DER QUALMEISTER, GEGENSPRECHSTADT - GROUND ZERO, BRUNO

BRUNO, Novelle, Berlin Verlag

Donnerstag, 12.11.09, 20 Uhr, RaiffeisenVolksbank Promenade

Film: "Gerhard Falkner", Film- und Videoclub Ansbach
Laudatio: Lars Brandt
Büchertisch: Bücher Pustet
Zu dieser Veranstaltung ist eine Eintrittskarte erforderlich! Kostenlos beim AKuT erhältlich.






Preisverleihung: Förderpreis zum August Graf von Platen Literaturpreis

Christiane Neudecker

"Es ist erstaunlich, wie selbstsicher Neudecker sich in ihrem ersten Roman ihr eigenes Thema setzt, wie elegant sie die verschiedenen Handlungsebenen verschränkt, mit wieviel Sinn für Situationen sie erzählt." (Der SPIEGEL)
Im Frühjahr 2008 erschien das Romandebüt Christiane Neudeckers "Nirgendwo sonst" im Luchterhand Literaturverlag. Ein Mann hetzt durch Burma. In der so faszinierenden wie bedrohlichen Welt des abgeschotteten Militärstaates sucht er die Frau, die ihn soeben verlassen hat. Je tiefer aber der Deutsche in das Innere von Burma vordringt, desto mehr verliert er nicht nur ihre Fährte, sondern auch sich selbst. Was wie eine traumhalte Abenteuerreise begann, wird zu einer verschlungenen Irrfahrt in das eigene Ich - und in die Untiefen der Vergangenheit.

Christiane Neudecker, geboren 1974 in Erlangen, studierte Theaterregie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Sie ist Regisseurin beim Berliner Künstlernetzwerk phase 7 performing.arts.

Auszeichnungen: "Literaturpreis der Nürnberger Kulturläden, Alfred-Gesswein-Literaturpreis, Stipendium der Osterreichischen Nationalbank im Rahmen des 7. Klagenfurter Literaturkurses, Förderpreis des Wolfram-von-Eschenbach-Kulturpreises, Förderpreis zum August Graf von Platen Literaturpreis, Ansbach.

Veröffentlichungen: IN DER STILLE EIN KLANG, NIRGENDWO SONST.

NIRGENDWO SONST Luchterhand Literaturverlag

Donnerstag, 12.11.09, 20 Uhr, RaiffeisenVolksbank Promenade
Laudatio: Prof. Dr. Gunnar OCh, Uni Erlangen
Büchertisch: Bücher Pustet
Zu dieser Veranstaltung ist eine Eintrittskarte erforderlich! Kostenlos beim AKuT erhältlich.






Irene Dische

Nach vielen Jahren im Ausland kehrt Clarissa in die USA zurück. In New York will sie ihre große Lliebe Ivan vergessen, zuvor in Miami Sonne tanken (Käse bleich in New York? Undenkbar!) und vielleicht einen berühmten Schriftsteller verführen aus Rache, Ivan ist nämlich Dichter. Die USA sind gerade im Obama-Wahlkampffieber, und Clarissa lernt als Wahlhelferin ganz neue Seiten an ihrer Heimat und ihren Landsleuten kennen. Das ist alles ebenso klug wie eigenwillig beobachtet und mit einer gehörigen Portion Zynismus notiert: "eine empfindsame Reise" ins heutige Amerika, die so gar keine "sentimental journey" ist.

Irene Dische, geb. 1952 in NewYork als Tochter deutschjüdischer Emigranten, lebt seit knapp 30 Jahren als Schriltstellerin in Berlin und Rhinebeck in den USA. Sie ist verheiratet mit dem deutschen Strafverteidiger Nicolas Becker und hat zwei Kinder. Als ihr Entdecker gilt Hans Magnus Enzensberger. Dische schreibt auch Reportagen, u. a. für die ZEIT.

Auszeichnungen: Deutscher Kritikerpreis, Jeanette-Schocken-Preis.

Veröffentlichungen: FROMME LUGEN, DER DOKTOR BRAUCHT EIN HEIM, DIE INTIMEN GESTANDNISSE DES OLIVER WEINSTOCK, DAS ZWEITE LEBEN DES DOMENICO SCARLAITI, GROSSMAMA PACKT AUS. (Auswahl) .

CLARISSAS EMPFINDSAME REISE. Verlag Hoffmann und Campe

Freitag, 13.11.09, 20 Uhr, Kunsthaus Reitbahn 3
Ausstellung Gerd Scherm: "Kunst erzählt."
Büchertisch: Buchhandlung Rupprecht




Gerhart Baum

Als die RAF bombte und mordete, war Gerhart Baum deutscher Innenminister. Nun bekennt er, der Staat habe damals auf hysterische Weise überreagiert - und er selbst sei daran beteiligt gewesen. Und heute? Werden seit dem 11. September die gleichen Fehler gemacht, schon mit Schilys "Otto-Katalog" und erst recht mit den abenteuerlichen und gefährlichen Vorstößen von Innen minister Schäuble und Verteidigungsminister Jung? Mit seinem Buch: "Rettet die Grundrechte! Bürgerfreiheit gegen Sicherheitswahn" hat Gerhart Baum eine Streitschrilt verfasst gegen die gefährliche Strategie, den Notstand zum Normalfall zu erheben.

Der Jurist Gerhart Baum ist ein deutscher Politiker der FDP und Rechtsanwalt. Er war von 1972 bis 1978 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Inneren und von 1978 bis 1982 Bundesminister des Inneren. Neben zahlreichen Buchveröffentlichungen arbeitet Baum als Rechtsanwalt und leitete 2008 die Ermittlungen zur Datenschutzaffäre der Deutschen Bahn AG. Er wurder mit dem Theodor-Heuss-Preis ausgezeichnet und erhielt den Erich-Fromm-Preis für sein Eintreten für die Menschenrechte.

RETTET DIE GRUNDRECHTE. BÜRGERFREIHEIT CONTRA SICHERHEITSWAHN, Kiepenheuer und Witsch

Samstag, 14.11.09, 20 Uhr, Kunsthaus Reitbahn 3
Moderation: Dr. Alfred Meyerhuber
Ausstellung: Gerd Scherm Büchertisch: Buchhandlung Seyerlein

 
Preise :
Eintritt: € 7,50 / € 6,– (ermäßigt) Schüler: € 5 , –
LeseFest: € 5,– / € 3,– (ermäßigt)

Organisation:

Kulturverein SPECKDRUMM,
Angela Baumann Tel.: 09824/8922
Kontakt

Information, Programm und Kartenvorverkauf:
Stadt Ansbach Amt für Kultur und Touristik
Stadthaus
Johann-Sebastian-Bach-Platz 1
Tel. 0981 – 51 243
91522 Ansbach
Fax 0981 – 51 365
E-Mail: akut(at)ansbach.de
Internet: www.ansbach.de

LesArt Ansbach wird gefördert durch:
"Bayern liest", RaiffeisenVolksbank, Robert Bosch Stiftung, Bezirk Mittelfranken